Beerdigungs-Service: Bestattungsinstitut löscht Browserverlauf und Festplatte des Verstorbenen

Knapp 800.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland. Die Hälfte sind Männer, die durch ihr spontantes Ableben selten die Möglichkeite hatten ihren Computer ordentlich zu hinterlassen. Das führte häufig zu Spätfolgen für Hinterbliebene, die von den Dateien und besuchten Seiten überrascht werden. Damit die Totenruhe nicht nachträglich gestört wird, bieten immer mehr Bestattungsinstitute den digitalen Löschservice an. Auf Wunsch sogar mit Vorschlaghammer.

Dieses Bild gehört nun der Vergangenheit an: Schockierte Wittwe
Dieses Bild gehört nun der Vergangenheit an: Schockierte Wittwe

Wilbur Ehl (61) ist einer der modernen Bestatter: "Wir versprechen, die Daten auch nicht selbst zu nutzen. Es wird ausnahmslos alles liquidiert. Er nimmt es wortwörtlich mit ins Grab."

 

Das hat natürlich auch seinen Preis. Viele Kunden sind bereit Unsummen für diesen Service zu bezahlen. Manche hinterlassen dem Institut vom Auto, über teure Uhren bishin zur Urlaubsimmobilie, einfach alles, nur damit sie wirklich ihre letzte Ruhe finden. "Wir machen es vom Beruf abhängig" so Ehl, "Ein Politiker muss sein Andenken natürlich gegen einen höheren Aufpreis absichern. Und ganz ehrlich, viele Familienmitglieder wollen ja auch gar nicht wirklich wissen wie ihr Partner gelebt hat. Dabei geht es nicht immer nur um Anrüchtiges. Manchmal sind es Näh-Anleitungen, die dem Mann peinlich sind. Oder er hörte heimlich gerne DJ Bobo-Alben aus den Neunzigern. Das darf natürlich keiner erfahren."

 

Der Ablauf der Löschungen ist im Prinzip einfach: Der Bestatter erhält einen Remote-Zugang und ein Passwort zum Computer des Kunden. Sobald die Familienmitglieder mit der Traueranzeige vorbeikommen ist dem Bestatter alles klar. Dann zählen Sekunden.

 

Inzwischen haben sie ihren Service ausgebaut und löschen nun auch Computerdaten von Lebenden, wenn diese ihren PC zum Beispiel einfach nur verkaufen wollen oder sich selber einen neuen kaufen und den alten der Partnerin schenken. "Einmal haben wir es nicht sorgfältig gemacht. Seine anstößigen Daten wurden gefunden, bevor wir sie entfernen konnten. Aber dann hatten wir nochmal die Chance, da er kurz danach Tot aufgefunden wurde."

Satire