Menschliche Statue niedergestarrt

Über 16 Stunden zog sich das Martyrium, dem sich der gepeinigte Straßenkünstler ausgesetzt sah.

 

Ein junger Mann beobachtete ihn mehr als einen halben Tag lang aus einem Fenster und gönnte dem Profi-Stillsteher damit keine Verschnaufpause. Keinem Juckreiz nachzugeben und ausgerechnet am längsten Tag des Jahres mitten in der prallen Sonne stillzuhalten, war eine Herausforderung die er gemeister hat.

 

Aber jetzt denkt er ans Aufhören.

Noch voller funkensprühender Engergie: Kasimir in jungen Jahren
Noch voller funkensprühender Engergie: Kasimir in jungen Jahren

Seiner Tätigkeit ging er jetzt ganze 32 Jahre nach. Entdeckt hat er seine Vorliebe für diesen Beruf im Büro seiner Eltern, diese waren Beamte in der Stadtverwaltung.

 

Mehr verrät er uns nicht, er möchte uns auch nicht seinen wahren Namen nennen und gibt uns nur seinen Künstler-Namen "Kasimir" preis, denn er möchte komplett von vorne Anfangen. Frau und Kinder hat er nicht, "sobald mich eine Frau angeschaut und angesprochen hat, habe ich mich keinen Zentimeter mehr gerührt, das ist halt so in mir drin."

 

Er überlegt zur Garde vor dem Londoner Buckingham Palast zu wechseln, "Ich habe nie gedient, damals als man mich einziehen wollte habe ich mich in einem Bordell als Gummipuppe versteckt. Das war eine ganz harte Schule.

So kam ich aber um die Wehrpflicht drumherum, konnte als Fahnenflüchtiger dann allerdings auch keinen normalen Beruf ergreifen. Aber jetzt wäre mir der Dienst an der Waffe recht, besonders wenn ich an den Arsch  denke der mich vom Fenster aus mit seinen Blicken drangsaliert hat."

 

Ein Schiffsticket kann er sich noch nicht leisten, aber er will unbedingt nach London, "denn die Buckingham-Garde wird von den Passanten wenigstens mit gebührendem Respekt behandelt", glaub er.